| Historik der Rasse Montbéliarde
Die
Rasse Montbéliarde macht zum ersten Mal 1872 von
sich reden, als Joseph GRABER, Züchter in Couthenans,
unter dieser Benennung ein Los von beim Landwirtschaftswettbewerb
von Langres ausgewählten Kühen ausstellt.
Die offizielle Anerkennung kam erst
1889, dank der gemeinsamen Aktion der Züchter und Notabeln
der Region Montbéliard. Und ein Jahrhundert später
besteht fast der gesamte Rinderbestand des Franche-Comté
aus der Rasse Montbéliarde. Sie ist ebenfalls zahlreich
in ganzen Osten, im Südosten und im Zentrum Frankreichs
vertreten. Sie hat sogar bedeutende Kerne im Südwesten
und im Westen gebildet. Sie wird in die ganze Welt exportiert
und ist demzufolge eines der Kleinode der französischen
Zucht. Ihr Gewicht in der franc-comtoiser Wirtschaft ist
beträchtlich, da sie die Grundlage des Einkommens der
Landwirtschaftbetriebe dieser Region darstellt.

La vache de Berne

La vache comtoise

Taureau Comtois
Die franc-comtoiser
Zucht im 19. Jahrhundert
Im unteren Teil waren die Bauerhöfe
zu großen Dörfern vereint, die Böden sehr
zerstückelt und die Wiesen nahmen einen begrenzten
Platz ein. Die meisten der kleinen Betriebe hatten zusätzliche
Ressourcen mit Fuhrbetrieben, industriellen Aktivitäten
oder Holzverarbeitung. Die Weinanbauflächen waren groß
und die Zucht unerheblich, mit im allgemeinen schlecht gepflegten
Tieren. Die Bauern unterhielten einige Kühe, die häufig
zum Ziehen benutzt wurden. Die Tiere stammten aus der Rasse
Fémeline, eine Rasse für alles, die die Milch
für den lokalen Bedarf und Fleischtiere produzierte.
Die Messen der Haute-Saône waren bereits gut bekannt
und versandten Tiere sowohl in das Elsass als auch nach
Paris.
Im Gebirge und insbesondere auf den
Hochebenen des Jura waren die Häuser verstreuter. Die
Wiesen nahmen seit je her einen großen Platz ein,
mit häufig weitläufigen Dorfangern und, im Gegensatz
zum unteren Teil, mit der Sammlung und der Transformation
der Milch für Molkereien, die bereits organisiert waren.
Der Viehbestand der Rasse Tourache wurde also für die
Milch genutzt, lieferte jedoch ebenfalls gute Zugtiere für
die Waldarbeit und den Holztransport. In Wirklichkeit war
die Abgrenzung zwischen Fémeline und Tourache (die
später Comtoise genannt wurde) recht unsicher, da die
beiden Rassen nicht sehr homogen und Kreuzungen zahlreich
waren.
Gegen Ende des Jahrhunderts änderte
sich die Situation im unteren Teil der Region. Die industrielle
Aktivität war bedroht; die Landbevölkerung nahm
stark ab und das Brachland zu. Nur die kleine Region von
Montbéliard ist dem entgangen, die Industrie modernisierte
und entwickelte sich, und die Landwirtschaft war unter dem
Impuls der aus der Schweiz kommenden Mennoniten wieder voll
im Aufschwung. Letztere besaßen, dank einer besseren
Versorgung und einer bereits alten Auswahl, einen Rinderbestand
mit einem besseren Körperbau und einer besseren Produktivität
als der Durchschnitt. Sie verfügten über eine
echte lokale Rasse, gekennzeichnet durch die Einheitlichkeit
ihrer Robe, der Harmonie ihrer Formen und ihre Fleischqualitäten.
Die Entstehung der Rasse Montbéliarde
Diese Rinderbevölkerung hatte
vor 1870 unter dem Rassenamen Franco-Suisse an Wettbewerben
teilgenommen. Und 1872 wurde, wie bereits erwähnt,
die Benennung « Rasse Montbéliarde »
zum ersten Mal benutzt. Unter diesem Namen wurde ein Los
vom Landwirtschaftsverein Montbéliard auf der Weltausstellung
von Paris 1889 präsentiert.
Sie wurde im gleichen Jahr anerkannt,
und das Herd-Bokk wurde am 2. Dezember 1889 gegründet.
Unter den Persönlichkeiten, die bei der Anerkennung
der Rasse eine Rolle gespielt haben, ist Gustave CUVIER,
Präsident des Landwirtschaftsvereins Montbéliard,
zu nennen, sowie Herr BOULLARD, Tierarzt in Montbéiard,
Vize-Präsident des Vereins, der auch der erste Präsident
des Herd-Books wurde, Herr VASSILIERE, Generalinspektor
der Landwirtschaft, und Jules VIETTE, Abgeordneter von Montbéliard
und 1889 Landwirtschaftsminister.
Ab dieser Epoche haben sich die von
den Gründern der Rasse gewählten Optionen als
sinnvoll erwiesen und zeugen von einem gesunden Verstand
der wirtschaftlichen Realitäten. Das Marken-Image der
Montbéliarde erlebte somit hinsichtlich ihrer Identität
und Originalität einen schnellen Durchbruch. Die Milch-Orientierung
hat ermöglicht, die Versorgung der Molkereien zu gewährleisten,
die sich nach 1900 bis hin zum Flachland entwickelten, und
bedeutende Absatzmärkte wurden für die Lieferung
von Tieren an Milcherzeuger in Südfrankreich gewonnen.
So gingen allein im Jahr 1910 4.000 Milchkühe vom Bahnhof
Morteau auf die Reise. Dieser Markt, der sich später
auf Algerien erweitert hat, war bis in die 50er Jahre außerordentlich
wichtig für die Züchter Montbéliards.
Sehr schnell hat sich die Rasse Montbéliarde
im gesamten Gebirgsteil des Doubs durchgesetzt. Sie wurde
von den Züchtern des Morteau-Tals unterstützt,
die ihr unter dem Impuls von Joseph MAMET aus Les Fins und
durch die Gründung von Züchterverbänden ihre
wahren Adelbriefe verleihen sollten.
Beauté von Herrn Francis Mamet, Les Fins
(Doubs),
1. des Gesamtwettbewerbs von Erzeugertieren in Paris 1914.
Die Zucht-Verbände
Die Zuchtverbände waren die Verbesserungszellen
des Viehestands während eines halben Jahrhunderts bis
zur Gründung der künstlichen Befruchtungszentren.
Ihr Promotor, Benjamin KHOLER,
Professor für Landwirtschaft in Montbéliard,
dann Direktor der Molkereischule von Mamirolle, hatte ihre
Betriebsweise in der Schweiz und in Deutschland studiert.
Die ersten beiden Zuchtverbände des Doubs und zweifellos
Frankreichs wurden 1901 in Grand-Charmont auf Anregung von
Herrn VERNIER, Lehrer, in Les Fins und unter dem Vorsitz
von Joseph MAMET gegründet. Herr Mamet wird zu einem
der größten Namen der Zucht Montbéliard.
1903 wird ein Dachverein der Zuchtverbände gegründet,
und ab 1910, unter dem Vorsitz von Benjamin KOHLER, unterstützt
von 3 Vize-Präsidenten, Joseph MAMET, Herrn GOGUEL-FERRAND
und Louis BOLE, bekommt er solide Grundlagen und gewinnt
an Reichweite. Die Rolle der Verbände wird ausschlaggebend
bei der Wahl von öffentlichen Deckbullen, der Eintragung
der Bespringungen und der Geburten, der Verwaltung der Personalien
der Tiere, ergänzt durch Körperbildungsprüfungen.
Der in UNION DES SYNDICATS D’ELEVAGE DU DOUBS umbenannte
Dachverband empfiehlt und organisiert ab 1914 die Milchkontrolle
und übernimmt ihre Verwaltung im Doubs bis 1963. Die
Aktion von Francis MAMET, Züchter in Les Fins und Präsident
der Union von 1934 bis 1956, war wegweisend für die
Verständlichmachung und die Entwicklung dieser Technik.
Das Herd-Book Montbéliard
Es wurde am 2. Dezember 1889 mit Sitz
in Montbéliard gegründet, und sein Gebiet umfasste
den Bezirk Montbéliard, das Territoire de Belfort
und zwei Kantone der Haute-Saône. Es wurde recht schnell
auf die Kantone Morteau und Pierrefontaine-les-Varans und
dann auf das gesamte Departement Doubs erweitert. Der erste
Präsident war Herr BOULLAND, Tierarzt, Vize-Präsident
des Landwirtschaftsvereins von Montbéliard. Nach
einer Neuorganisation im Jahr 1905 wird Herr GOGUEL-FERRAND
Präsident mit Joseph MAMET und Edmond NETILLARD als
Vize-Präsidenten. Letzterer, Züchter in Montbéliard,
übernimmt 1912 den Vorsitz und behält ihn bis
zum seinem Tod im Jahr 1933. Ebenfalls 1912 übernahm
Alphonse FARINES, Professor an der Molkereischule von Mamirolle,
das Amt des Sekretärs anstelle von Herrn BOUTEILLER,
Lehrer in Dung, der diese Funktion seit 1907 erfüllte.
Seit seiner Gründung hat das Herd-Book das Buch des
Jungviehs geführt, mit Aufzeichnung der Geburtserklärungen,
und das Eintragungsregister der erwachsenen Tiere, die anlässlich
von Tierversammlungen besprungen wurden.
Die lokalen Verbände waren die
Vermittler zwischen den Züchtern und dem Herd-Book.
1910 wird die Haute-Saône in das Gebiet des Herd-Book
eingegliedert. Während des Krieges 1914-1918 wird die
Aktivität des Herd-Book unterbrochen. Danach wird sie
mit einer neuen Struktur wieder aufgenommen, wobei sich
der Schwerpunkt der Rasse in den Haut-Doubs verlagert und
sein Sitz nach Besançon verlegt wird. Die geographische
Fläche ist nicht mehr begrenzt, sie konnte sich überall
dort erstrecken, wo es die Montbéliarde gab. Alphonse
FARINES hatte das Sekretariat behalten; bei seinem Tod im
Jahr 1925 wird er von Louis ROY abgelöst, der ihm ebenfalls
als Direktor der Schule von Mamirolle folgte. 1925 beinhaltete
das Herd-Book 878 Tiere, davon 266 männliche. 1939
erreichte die Anzahl der Eintragungen 2.000, davon 400 männliche.
Das Departement Doubs blieb bei weiten das erste Departement
Montbéliard. 1939 werden etwas mehr als die Hälfte
der Bullen und zwei Drittel der Kühe eingetragen. 1937,
bei der Hauptversammlung des Herd-Book, ist zum ersten Mal
von der künstlichen Befruchtung die Rede, nach einem
gelungenen Versuch eines Tierarztes einer Zucht des Haut-Doubs.
1993 wird Louis ROY Präsident. Im darauf folgenden
Jahr stellt er mit Oberst MERCIER den ersten Vollzeit-Beschäftigten
ein. Nachdem er recht schnell zum Direktor ernannt wurde,
bleibt er bis 1946 in seinem Amt. 1940 wird Herr ROY mobilisiert
und überlässt den Vorsitz Herrn Fernand RAGUIN,
Züchter in Neuvelle-les-Cromary. Louis GARAPON, Ehrendirektor
des Landwirtschaftsamts des Doubs ist Präsident von
1942 bis 1950, und 1950 kehrt Louis ROY auf seinen Posten
zurück. Jean-Paptiste PACALON, Direktor von 1946 bis
1977, verleiht dem Herd-Book eine technische Dynamik und
untermauert seine Rolle bei der Verbesserung der Rasse.
1956 tritt Joseph MAMET, Züchter und Enkel des Gründers
des Verbands von Les Fins, die Nachfolge von Louis ROY an
und wird Präsident des Herd-Book. Bis 1980 bleibt er
das unbestrittene Oberhaupt der Züchter von Montbéliard,
der erfolgreich an allen Wettbewerben der Rasse teilnimmt,
aber auch ein angehörter und respektierter Leiter,
der seine Ideen aufrichtig und überzeugend zu verteidigen
weiß.
Dann wird der Vorsitz von 1980 bis
1994 von Alfred Jeanningros gewährleistet, der sein
Amt schließlich Victor Jeannot, Züchter in Villers
St Martin im Doubs, überlässt, der die schwierige
Aufgabe hatte, die neue, mit Ungeduld erwartete Rassen-Organisation
auf die Beine zu stellen, die O.S. Montbéliarde.
DIE O.S. Montbéliarde
Dieser Verband, dessen Ziel es ist,
alle lebendigen Kräfte der Rasse Montbéliarde
zu versammeln, wurde im Januar 1997 gegründet und hat
alle Aktivitäten des Herd-Book Montbéliard und
des GIE Montbéliard übernommen. Diese solide
Struktur mit einem technischen Team im Dienste aller französischen
und ausländischen Züchter Montbéliards,
steht unter dem Vorsitz von Claude Taillard, Züchter
in Les Fins im Haut-Doubs. Die Organisation der O.S. Montbéliarde
ist auf einer spezifischen Seite dieser Website beschrieben
(siehe Menü).
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